Euro Tag III - J 526 Christl

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Segeln 2017 > Euro Balatonfüred

Europameisterschaft der 22 qm Binnenjollen

Balatonfüred, 22. August 2017

Der dritte Tag beginnt wie der zweite mit Frühstück auf dem Balkon und anschließend Vorbereitung des Bootes. Angesagte Startzeit ist 10 Uhr, also gilt es, sobald das Startschiff ausläuft zügig hinterher zu kommen. Der Kurs ist ungefähr dort ausgelegt, wo er auch gestern war: Ein Up and Down Kurs vor dem östlichen Seeufer von Baltonfüred.
Hinaus auf den See
Immer nur Sitzen ist langweilig...
Beim Auslaufen
Auch Familie Poell ist auf "Bongo", dem ältesten Boot der Flotte, wieder mit dabei.
Der Kurs der III Wettfahrt:
 I: Erste Kreuz
II: Erste Spi-Schlag
III: Zweite Kreuz
IV: Zweiter Spi-Schlag
Auf der Kreuz mit Manfreds "Fram" (SA)
Auf'm "Feuervogel" ham'se Spaß...

Hier geht es zum Regattabericht von Eginhard Wichelhaus vom "Feuervogel", veröffentlicht auf der J-Jollen-Homepage
Heute laufen alle sieben verbliebene Boote aus und pünktlich wird das dritte Rennen gestartet: Es weht weniger stark als an den Vortagen, mit ca. 3-4 Bft.

Wir kommen nach dem Start recht gut weg und kreuzen in relativ langen Schlägen Richtung Luvtonne. Die Luvtonne runden wir nach Renates Ansage, was wieder gut passt.  Aber wir können trotzdem mal wieder auf dem Amwindschlag nicht recht mithalten und liegen zeitweise sogar hinter "Feuervogel". Dann der kurze Halbwindschlag, rund um die zweite Tonne und dann setzen wir den Spi. Der Spi zieht gut. Diesesmal wählen wir im Leetor die rechte Tonne.

Die zweite Kreuz ist ordentich, ich fahre vernünftige Wendewinkel und wir nehmen einige Lift’s mit.  Der Vorwindkurs bringt dann eine Spi-Halse, die sich problemlos machen läßt und anschließend bleibe ich soweit westlich, dass wir mit Spi durch’s Ziel gehen können.
Wir haben zwar bis zum Zieldurchgang „Feuervogel“ wieder hinter uns lassen können, aber nach YS liegt sie doch wieder vor uns.
Und beim Bergen des Spinnackers nach der Zieldurchfahrt legen wir den Grundstein für kommendes Unheil - aber das wissen wir hier noch nicht....
"Christl" zwischen "Feuervogel" und "Bri" (SA)
Die "weiße Flotte" aus "Volker" und "Bri" (SA)
Auf der Kreuz, "Volker" voraus
die"Fram" unter ihrem grün-weißen Spinnacker
Familie Poell an der Leetonne             (beide Photos SA)
Das Feld beim Start zur 2. Wettfahrt des Tages: Vorne OE 12 "PanII", dann J 258 "Volker", dann wir. hinter und J 35 "Bri", J 272 "Feuervogel" und ganz recht J 146 "Bongo". J 287 "Fram" fehlt aus dem Photo. (SA)
"Volker" vor "Pan II" (SA)
Der Kurs , den wir in der 4. Wettfahrt gesegelt, geschwommen, geschöpft und wieder gesegelt sind
Da segelten wir noch frohgemut... (SA)
 
Bereits 5 Minuten später wird das nächste Rennen gestartet.
 
Wiederum ist der Start in Ordnung, wir queren die Linie direkt hinter “Volker“. Ich wende weg, um in freien Wind zu kommen, das funktioniert prinzipiell, aber irgendwie hab ich bei der Wende den Winddreher verpasst und wir segeln jetzt statt Richtung Luvtonne parallel zur Startlinie.
Und so kommen wir halt nicht recht von der Stelle: Schon in Mitte der ersten Kreuz liegen wir auf dem letzten Platz.
 
Nach Runden der Luvtonne versuchen wir den Spi zu setzen. Den hatten wir nach der Zieldurchfahrt recht mühsam geborgen und weggestopft. Jetzt ist er beim Setzen verdreht und kommt nicht richtig raus.
Und so nimmt das Schicksal seinen Lauf: Wir haben reichlich Druck, fahren mit Rumpfgeschwindigkeit. Larrisa geht auf das Vordeck, um den Spi zu enttörnen.  Als der Spi Druck kriegt, krängen wir nach Lee, ich kann nicht gegenhalten, Larissa verliert den Halt und das Spifall ist nicht los geworfen. Larissas Gewicht kommt auf die Leeseite, Renate und ich können nicht ausreiten und so kentern wir wie in Zeitlupe nach Lee.  
Im Wasser erst einmal kurzer Check: Alle sind okay. Larissa schwimmt sofort zum Schwert,  ich bin zwischen Baum umd Pinne im Wasser gelandet,  muß mein Bein aus dem Schwertniedeholer befreien, dann schwimme ich auch hinten 'rum zum Schwert.  Renate hängt sich an den Bug. Schwerttailje und Spiefall werden losgeworfen, die Fock ist ja sowieso weggerollt, also richten wir Christll wieder auf. Die Gaffel schwimmt von alleine, der Mast kommt langsam und Christl dreht sich quer zum Wind mit auswehendem Großsegel.
Als das  Boot kommt, ziehe ich mich in das Boot, Larissa folgt. Ich checke, dass alles frei läuft, Larissa holt die Pützen raus und dann wird zunächst mal wild geschöpft, bis wir wieder 10 cm Freibord haben. Renate hängt weiter am Bug, denn am Heck laufen wir immer Gefahr, dass das, was wir 'rausschöpfen, mit jeder Welle wieder reinkommt.
Das Begleitboot ist sofort bei uns, aber wir kommen zurecht: Renate kommt an Bord, zu dritt schöpfen wir weiter und dann segeln wir heim.  Wir haben relativ schnell wieder nur noch 10 cm Wasser über den Bodenbrettern, kurz überlegen wir, das nächste Rennen noch zu starten, aber wir sind uns einig heim zu segeln. Mit Lenzern wäre das Weitersegeln evtl. eine Option gewesen, aber mit dem Restwasser sind wir im Rennen sowieso chancenlos und mit Schwämmen das Boot unterwegs trocken zu legen - das wird nix.
Eine (er)schöpfende Tätigkeit
(beide Photos SA)
Immerhin sind wir aus eigener Kraft zurück gesegelt. Beim Heimsegeln mit halbem Wind schöpfen wir weiter, vor dem Hafen sind wir runter bis auf die Bodenbretter und im Hafen wird Christl dann komplett trocken gelegt.
Kurz überlegen wir nochmal, ob wir doch weitersegeln sollen:  Rennen 4 ist vorbei und bis wir das letzte Wasser raus haben und wieder los könnten, ist auch das nach letzte Rennen gelaufen. Daher Slippen wir lieber das Boot auf die Wiese, wo sie die nächsten vier Tage stehen soll. Anschließend besorgen wir uns eine heiße Dusche und trockene Klamotten.
 

Die "Bri" (SA)
Auf dem Heimweg (SA)
Am frühen Abend findet dann die Siegerehrung in der Halle des Baltonführedi Yacht Club's statt,
Die Ehrungen werden ausführlich zelebriert,  richtig mit Treppchen für die Mannschaften, zunächst in der Wertung nach dem J-Jollen-Internen Yardstick-Faktor, dann in der Wertung nach gesegelter Zeit über alles.
Dann werden die Sonderpreise vergeben und am Ende wird die östereichische Nationalhymne gespielt für die siegreiche Mannschaft der Gebrüder Matthias, Sebatian und Johannes Poell, die sowohl nach gesegelter Zeit, als auch nach Ausgleichs-Yardstick auf OE12 „Pan II“ gewonnen haben. Zweite werden Manfred Jakob, Marek Jakob und Udo Lang aud J 287 "Fram", ebenfalls sowohl nach gesegelter Zeit als auch nach Jardstick. Der dritte Platz teilt sich auf: Nach gesegelter Zeit belegen Wolgang Ainetter, Karl Knaus und Heike Fiedler mit J 35 "Bri" den dritten Paltz, nach YS liegen Andreas und Susanne Poell mit J 146 "Bongo" vorne.
Gemeinsames Abschieds-Abendessen mit allen J-Jollenseglern im Restaurant Bela Étterem an der Promenade von Balatonfüred.
Vier Tage bleiben wir noch in Balatonfüred - Christl steht warm und trocken im Balatonfüredi Yacht Club.
Wir fahren nach Keszthely am Westende des Balaton, machen einen Ausflug nach Budapest und Erkunden die Halbinsel Tihany. Und bevor wir alles wieder reisefertig machen gibt es noch einen Leichtwindschlag mit Christl in brütender Hitze. Dann geht es mit  in vier Tagen Aufenthalt in Wien wieder 1130 km zurück nach Hause.
Und unterwegs darf Larissa ihrer Leidenschaft fröhnen und auf der Autobahn (im Stau) noch einmal ordentlich pützen ;-)
Photos von Renate Rybakowski, Natascha Rybakowski und Szántó Áron (SA) vom Balatonfüredi Yacht Club.
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